des multilateralen Comeniusprojekts „Karambolage der Klischees“
(CML-P-BY-10-15488)
Zusammenfassung des Projektthemas und Ziele
Angesichts der ständig zunehmenden Globalisierung und Internationalisierung vor allem im wirtschaftlichen Bereich müsste man mit der stetig fortschreitenden Auslöschung nationaler und regionaler Eigenarten rechnen. Nichtsdestotrotz bleiben gewisse Stereotypen in unseren Köpfen klar präsent: die Adjektive „bayrisch“ und „korsisch“ beispielsweise rufen immer noch eine bestimmte, wenn auch nicht immer schmeichelhafte Vorstellung in unserem Geiste hervor, sei es der biertrinkende Lederhosenträger oder der bombenlegende Revoluzzer. Diese Eigenarten aber machen Europa vielfältig. Ein glattes Europa mit einem in eine europäische Form gebrachten Erscheinungsbild wäre hingegen ein Hindernis für die Entwicklung von Mobilität im Beruf und die Wertschätzung von Andersartigkeit. Gerade der Drang, Neues zu entdecken, ist ein starker Antriebsfaktor im europäischen Prozess.
Vielfältigkeit kann also eine Bereicherung, aber auch eine Quelle für Konflikte, Mühsal und Unverständnis sein. Eine Annäherung der europäischen Jugend, ein besseres Verständnis des jeweils anderen, seiner Kultur, Sprache und nationalen Eigenheiten, eine Überwindung der immer noch vorherrschenden Klischees soll Ziel dieses Projekt sein. Mit Bezug auf die Fernsehsendung „Karambolage“ des deutsch-französischen Senders Arte sollen die Schüler mit Klischees konfrontiert werden, selbständig Recherchen anstellen und Dokumente für eine Ausstellung aufbereiten. Das Projekt wendet sich an Schüler zwischen 14 und 18 Jahren.
Neben dem eigentlichen Projekt geht es auch darum, bei den Schülern die Motivation für das Erlernen einer Fremdsprache zu fördern und sie zu einem regen Austausch in einem zusammenwachsenden Europa anzuhalten. Dabei sollen gerade auch die Schüler erreicht werden, die – bedingt durch ihre Herkunft oder familiäre Situation – sich nicht aus eigenem Antrieb für andere Kulturen interessieren. Ein weiterer Effekt ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachschaften wie z.B. moderne Fremdsprachen, Kunst und Informatik.
Ablauf
Die Eckpfeiler des Projekts bilden die Treffen in den vier Partnerländern Frankreich, Deutschland, Tschechien und Polen. Zwischen diesen Treffen wird im eigenen Land gearbeitet und mittels moderner Technik kommuniziert. Da das Projekt auch bei E-Twinning registriert ist, kann ein kontinuierlicher Gedankenaustausch angestrebt werden. Die Schüler sollen zum Projektthema recherchieren, Konzepte entwickeln, Passanten befragen und präsentable Ergebnisse vorbereiten.
Seit dem ersten Schülertreffen in Geretsried (24.-28.01.2011) kennen sich die Projektteilnehmer. Die Situation war von der Neugierde geprägt, Schüler aus anderen Nationen kennenzulernen. Dementsprechend gab es – nach Überwindung einer gewissen anfänglichen Schüchternheit – eine gute, aufgeschlossene Kommunikation unter allen Teilnehmern. Für die Vorbereitung des zweiten Schülertreffens in Warschau (5.-10.06.2011) wurden die Schüler in gemischt nationale Gruppen eingeteilt. Per E-Mail-Kontakt sollten sie im Vorfeld klären, welcher Art ihre künstlerische Arbeit sein sollte, welche Materialien sie dafür brauchen würden etc. Die eigentliche Gruppenarbeit mit in der Regel Schülern aus vier verschiedenen Ländern wurde von den Teilnehmern besonders geschätzt.
Verbreitung
Die Verbreitung der Ergebnisse wird in mehreren Formen stattfinden. Neben einer Ausstellung soll es Computerpräsentationen und eine gemeinsame Internetseite mit einem viersprachigen Glossar geben.
Evaluation
Die Evaluation erfolgt kontinuierlich mithilfe von Umfragen bei den Beteiligten (Lehrern, Schülern, Eltern, Projektpartnern). Sprachliche Fortschritte sollen idealerweise beim Ablegen eines Sprachdiploms (z.B. DELF) unter Beweis gestellt werden. Der Fortschritt des Projekts kann insbesondere bei den vier Treffen überprüft werden, sodass notfalls ein regulierendes Eingreifen möglich ist.
„Produkte“
- Anfertigung eines Projektlogos
- Fragebogen zur Selbsteinschätzung mit Auswertung
- Plakate zu den Themen: Worüber lachen wir, Freundschaft, Musik, Reisen, Essen, Du-Ich-Wir-Porträt, Was verbindet uns
- Viersprachiges Glossar mit häufig gebrauchten Sätzen und Ausdrücken
- Drehen eines Projektlieds („Désolé“ von Sexion d’Assaut)
Linguistische und interkulturelle Arbeiten
- Zweisprachiger (deutsch / französisch) Reiseführer zum Königstrakt in Warschau
- Vorbereitung auf das Quiz zu polnischen Persönlichkeiten (Papst Johannes Paul II., Czeslaw Milosz, Kopernikus etc.)
mittels Internetrecherche und Präsentation vor den Mitschülern
- Sketche zu typischen Klischeevorstellungen (z.B. dt. Pünktlichkeit, Vorliebe der Franzosen für Streiks)